Bremer Künstler, Hanseaten und Ostpreußen

Gut Eglsee ist oft porträtiert worden. Immer wieder haben Künstler auf Eglsee gelebt. Besonders hervorzuheben sind die Künstler Marie-Louise Scherer, Ernst Brüggemann und Max Feldbauer, die oft monatelang zu Besuch auf Eglsee waren und eine besondere Beziehung zur Familie Beckmann hatten. Durch die vielfältigen Kontakte von Rita Julie Hanna Beckmann, die gebürtig aus einer Bremer Kaufmannsfamilie stammte und intensive Freundschaften zur Künstlerkolonie Worpswede pflegte, kam man meist zur Sommerfrische auf den Hof. Später verlegten sie sogar dauerhaft ihren Wohnsitz von Bremen nach Straubing. Umfangreiche Kunstgegenstände und insbesondere Zeichnungen vom Hof zieren noch heute viele Räume der Gutsverwaltung. Oft wurde der Blick von der Eglseer Höhe auf das Gut Gegenstand der Kunstobjekte. Vor allem der sogenannte Bogenbergblick im Eglseer Moos war sehr beliebt.

Auch die Birkenallee ins Königreich ist noch heute ein sichtbares Zeichen der Kunstfreunde. Denn diese Bäume wurden extra für die Künstler angepflanzt – als kleine Erinnerung an ihre Bremer Heimat.

Der gebürtige Hamburger Hanseat Curt Jürgens war oft zu Gast auf Eglsee. Auch hier gab es wieder ein „hanseatisches Netzwerk“ durch Rita Julie Hanna.

Auch Hans-Jürgen Wischnewski lebte in der Nachkriegszeit auf Eglsee. Der gebürtige Ostpreuße bekam durch seine Familie den Hinweis, nach Eglsee zu gehen. Es gab seit jeher freundschaftliche Beziehungen zu vielen ostpreußischen Gutsbetrieben und Familie, da Eugenie Beckmanns (Ehefrau von Carl I.) Vorfahren Gutsbesitzer in Rastenburg/Masuren waren. Wischnewski war u.a. Staatsminister im Auswärtigen Amt (Regierung Helmut Schmidt). Einer größeren Öffentlichkeit wurde er im Zusammenhang mit den Verhandlungen zu den Terroranschlägen der RAF bekannt. Er vermittelte mit den Entführern des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und bei der entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ im Oktober 1977 in Mogadischu. Hans-Jürgen Wischnewski besuchte bis ins hohe Alter Gut Eglsee.