Hanseatisches Atelier

Gut Eglsee ist oft porträtiert worden. Immer wieder haben Künstler auf Eglsee gelebt und gewirkt. Ursprung dessen war die Tatsache, dass Rita Julie Hanna Beckmann, geb. Meyer-Hackstroh, Carl Heinrich Beckmann (Carl III.) heiratete, die auch die hanseatische Denkweise mit nach Eglsee brachte. Denn in ihrer Familie (international bekannte Kaufleute) gab es nicht nur viele kreative Köpfe, sondern einen besonderen Zugang zur Musik und Künstlerwelt als auch ein ausgeprägtes Mäzenatentum. So blieb es nicht aus, dass nicht nur die (vornehme) Verwandtschaft von der Weser nach Niederbayern kam, sondern zugleich auch Bremer und Worpsweder Künstler. Einige blieben für immer im Gäuboden.

Es entstand insbesondere ein freundschaftlicher Kontakt zu den Künstlern Marie Louise Scherer, Ernst Brüggemann und Ludwig Maugsch. Die Norddeutschen hatten aber auch häufig Besuch in Eglsee – zum Beispiel durch den Schauspieler Curd Jürgens (sein Vater war Hamburger Hanseat). Auch der Münchener Kunstprofessor Max Feldbauer kam mit der Kutsche aus Münchshöfen.

Jeder Hanseat, der nach Niederbayern kam oder Straubing besuchte, wurde sofort auf das Gut eingeladen.

Als sich die ersten Flüchtlinge aus Ostpreußen, der Bukovina, Tschechien oder Oberschlesien an einem anderen Ort einen neuen Lebensmittelpunkt aufbauen konnten, entstand sogar ein kleiner (nordseeblauer) Malraum. Diese Räumlichkeiten wurden saniert und wieder drei Künstleralteliers eingerichtet, die regionalen Kunstschaffenden kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Seit 2019 arbeiten die Künstler Regine Herzog, Anita Krauter und Anderes Berner am Hof.

Das Hanseatische Atelier mit ihren drei kleinen Ateliers wird diesem hanseatischen Hintergrund gewidmet und soll niederbayerischen Künstlern dazu dienen, den Esprit aus der Vergangenheit aufzugreifen und künstlerisch tätig zu sein.