Agrarenergie

Auf Gut Eglsee wird erneuerbare Energie erzeugt. Seit dem Jahr 1999 wird in mehreren Anlagen Sonnenstrom produziert. Carl Friedrich Max Beckmann (Carl IV.) setzte schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt auf diese moderne Energieerzeugung im Gäuboden. Während andere noch warteten, bis die Herstellungskosten der Module sinken, hat er investiert. Uns war es wichtig, aufzuzeigen, wie bedeutend es ist, dass sich die Landwirtschaft in die regionale Energieproduktion einbringt und so neue Einkommensformen generiert. Alle Generationen waren stets Kritiker der Atomenergie und -lobby. Auch die Braunkohlefelder in den Revieren Jülicher Bucht und der Lausitz beeinträchtigen das Ökosystem unwiderruflich. Deshalb kann nur eine regionale und dezentrale Energieversorgung (durchaus mit Hilfe der Landwirte) helfen das Energieknappheit ganzheitlich zu überwinden.

Als Agrarenergie wird heute diejenige Energie bezeichnet, die mit Hilfe der Landwirtschaft gewonnen wird. Dazu gehört die Produktion, die auf der Nutzung von Pflanzen (Energiepflanzen) oder Pflanzenteilen (Biomasse) beruht. Die weiter gefasste Definition umfasst auch beispielsweise die Wind- und Solarenergie, die im Bereich landwirtschaftlicher Flächen bzw. auf landwirtschaftlichen Gebäuden erzeugt wird. Landwirte investierten in den letzten 10 Jahren rund 20 Mrd. Euro in Anlagen der erneuerbaren Energien (Photovoltaik, Biogas und Windenergieanlagen).

Eine dritte Solardachanlage wird im Jahr 2022 installiert und der Ertrag selbst verbraucht (Mieterstromkonzept). Zudem beziehen wir ausschliesslich Ökostrom von den Stadtwerken Straubing, die im Höllensteinkraftwerk im Bayerischen Wald und von der Staustufe Kagers erzeugt wird. Der eigen erzeugte Strom wird auch an den 4 Wallboxen für E-Autos am Hof eingespeist; zudem spendiert das Gutskontor Eglsee den in den ehemaligen Landarbeiterhäusern wohnenden Mietern eine kostenlose Ladeinfrastruktur.

Auch die Windenergie ist ein viel diskutiertes Thema in der Landwirtschaft. Da in Deutschland mehr als ein Drittel der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird und sich zudem ertragreiche Windstandorte bevorzugt in diesen Bereichen finden, ist die Stromerzeugung für die Landwirtschaft an vielen Stellen sicherlich eine gute Einnahmequelle. Wegen der hohen Investitionskosten treten Landwirte meist nur als Verpächter der Flächen der Windparks auf. Die Diskussion, ob diese Anlagen das Landschaftsbild negativ beeinträchtigen, muss zu Recht geführt werden. Auch die Lärmimmissionen in Wohnbaunähe und die Beeinträchtigung der Tierwelt sollten nachhaltig berücksichtigt werden. Deshalb sind wir Verfechter von Kleinwindanlagen (die früher auf vielen Höfen zur Stromerzeugung standen; auch auf Gut Eglsee) – sie ermöglichen eine dezentrale Energieversorgung. Im Jahr 2021 ist ein umfassendes Kompendium zu einer Kleinstwindanlage auf Gut Eglsee entstanden; leider ist die Amortisationszeit einer derartigen Anlage (10-Meter-Mast) erst nach 112 Jahre erreicht. Ob wir denn noch als eine Art Liebhaberei und Pionierleistung in eine Kleistwindanlage investieren, wird sich kurzfristig entscheiden.

Weiterhin sind wir überzeugt, dass Bürgerenergiegenossenschaften, die Freiland-PV-Anlagen installieren ein probates Mittel zur Gewinnung von Energie sind. Diese müssen zu 100% in der Hand der Landwirte und Bürger sein und als Genossenschaftsmodell geführt werden. Unbekannte Investoren sind uns fremd. da es im Gäuboden bislang keine Bürgergenossenschaften gibt, halten wir Anteile an der Bürgerenergiegenossenschaft Isar.