Ehrenamt im Brennereiverband

Die Spiritusbrennerei auf Schlossgut Loham wurde im Jahr 1881 übernommen und 1883 als Stärkekartoffelfabrik umfangreich ausgebaut und modernisiert. Diese Anlage war eine der ersten industriell betriebenen Anlagen in Bayern, die in großen Mengen Stärkekartoffeln zu Industriealkohol verarbeitete. Die Anlage auf Eglsee wurde gleich nach Kauf des Betriebes 1891/1892 errichtet und der Brennereiturm ist noch immer eines der „Wahrzeichen“ des Hofes. So ist das Brennereiwesen auf den Gütern in Bayern auch ein Stück Kulturgeschichte und sehr eng mit der großbäuerlichen Landschaft im Gäuboden verbunden. Da das Brennen von Alkohol dem Brennrecht unterlag, wurde der „Verein für Spiritusproduzenten und Fabrikanten“ im Jahr 1880 in Regensburg gegründet. Dies war der erste derartige Verein in Bayern. Beim Aufbau der Vereinigung engagierte sich insbesondere Carl I., übernahm aber kein Ehrenamt wie im Zuckerrübenverband.

Die Familie Carl Beckmann unterstützte aber vor allem später die Anliegen und die Zusammenarbeit aller bayerischen Spiritusbrennereien und engagierte sich im Gründungsvorstand ab 1947 im Wiederaufbau. Denn der bayerische Brennereiverband hat sich erst nach dem 2. Weltkrieg gegründet und war eine Art Fusion aus der ehemaligen Ostbayerischen Vereinigung (die 1937 durch den Nationalsozialismus aufgelöst wurde) und der ehemaligen „Münchner Spiritus-Verwertungsgenossenschaft“, die 1912 gegründet wurde. Dieser Zusammenschluss firmierte dann unter dem Namen „Süddeutsche Spirituserzeugergenossenschaft“. 1950 wurde der Name offiziell in „Verband bayerischer landwirtschaftlicher Brennereien“ umgewandelt. In dieser Zeit war Carl Heinrich (Carl III.) einer der beiden Vorstandsvorsitzender. Phillip Wurth leitete den Verband zusammen mit Carl III.; seine Frau Rita Marie Louise Beckmann übernahm die Korrespondenz mit den Amerikanern, weil sie fließend Englisch sprach. Die amerikanische Besatzungsmacht war bei Neugründung der Genossenschaft sehr zurückhaltend, da eine zu starke Landwirtschaft in Bayern und Deutschland nicht gewünscht war. Umfangreiche Unterlagen sind noch heute im Registergericht München einsehbar.

Die Eglseer und Lohamer Anlage wird in der Literatur oft als Referenz angegeben. Beide Fabriken wurden von der Firma Linke und Hentze errichtet. Auch dieses Regensburger Unternehmen hat im Zeitraum von 1894 bis 1932 und ab 1946 in Verkaufsprospekten mit der Errichtung der Brennereien in Eglsee und Loham geworben.

Die Europäische Union hat das Monopol der Spiritusherstellung im Jahr 2000 endgültig abgeschafft. Dadurch sind bis zum Jahr 2009 alle landwirtschaftlichen Brennereien stillgelegt worden, da der Rohalkohol auf dem Weltmarkt billiger einzukaufen ist. Dass dieser mit genetisch veränderten Pflanzen hergestellt wird, zudem umfangreiche Pestizide eingesetzt werden und über die Weltmeere nach Deutschland geliefert wird, wird zu wenig diskutiert. Der letzte Vorsitzende, Martin Empl von Gut Schwabhof, musste somit den Verband im Jahr 2015 endgültig auflösen.