Welternährung

Nur 2,5 Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts entstanden 2017 in der Landwirtschaft. Im Zuge der langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung kommt es nach wie vor auch zu einem großen Strukturwandel im Gäuboden, in dem kleinere landwirtschaftliche Betriebe immer weniger von der jungen Generation übernommen werden.

Jahr 1900 1950 2013
Landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland keine Angabe 1,7 Mio. 0,3 Mio.
Erwerbstätige Landwirte 39% 24% 1%
Ein Landwirt ernährt 4 Menschen 10 Menschen 150 Menschen
Anteil Ausgaben Nahrungsmittel 60% 44% 11%
Pro-Kopf-Verbrauch Kartoffeln 272 kg 167 kg 61kg
Pro-Kopf-Verbrauch Fleisch 47 kg 56 kg 90 kg
Pro-Kopf-Verbrauch Südfrüchte 2 kg 6 kg 51 kg

Ausgaben Nahrungsmittel weltweit (Anteil jährliches Einkommen pro Haushalt):
Deutschland 9 %, USA 7 %, Polen 20 %, Brasilien 25 %, Kenia 45 %

Getreide wird heute auch als Biokraftstoff und Stärke als nachwachsender Rohstoff genutzt. Dabei spielt meist nur Weichweizen eine Rolle als Stärkelieferant. Die weltweite Verwendung von Getreide in Biokraftstoffen wird von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mit 125 Millionen Tonnen angegeben. Damit wird 6 %  des Weltgetreideverbrauchs für Bioethanol verwendet (bei Mais sind das bis zu 96 %). In Deutschland wurden 2015 von 45 Millionen Tonnen Getreide 9 % für die stoffliche industrielle Nutzung, 3,5 % für Energie, aber 62 % für Futtermittel und nur 20 % für Nahrung und 2,3 % für Saatgut verwendet. Die „Teller-Tank-Diskussion“ sollte somit anders geführt werden. Wichtiger wäre es zu diskutieren, warum die Massentierhaltung fast zwei Drittel der Getreidemenge verbraucht und die Weidewirtschaft nur noch bei wenigen (Nebenerwerbs-)Landwirten, primär im Alpenraum, üblich ist.

In Deutschland wurden 2015 pro Kopf 95 kg Getreideerzeugnisse verbraucht; der Selbstversorgungsgrad liegt bei 102 %. Der Getreidepreis 1970 hat 27 Cent/kg betragen, ist im Jahr 2000 unter 8 Cent gefallen und hat 2015 wieder 18 Cent erreicht (nicht inflationsbereinigt!). Die anteiligen Ausgaben am Gesamteinkommen für Lebensmittel haben sich mehr als halbiert.

Die FAO hat berechnet, dass die weltweite Landwirtschaft derzeit nicht nur die aktuelle Bevölkerung von etwa 7 Milliarden mit Grundnahrungsmitteln versorgen könnte, sondern dass die Produktion sogar für 12 Milliarden Menschen ausreichen würde. Die meisten unterernährten Menschen gibt es in Entwicklungsländern: 578 Millionen in Asien, 251 Millionen in Afrika und 53 Millionen in Lateinamerika. Doch auch in den Industrieländern wird gehungert: 19 Millionen Menschen haben in den reichen Ländern regelmäßig zu wenig auf dem Teller.