Gutskontor Eglsee

Das Gut Eglsee ist seit 1891 im Besitz der Familie Carl Beckmann in Bayern. Das Gutskontor ist aktuell in sechs Geschäftsbereichen aktiv. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Landwirtschaft auf den drei Lössterrassen Eglseer Höhe, Gut Eglsee und Bogenbergblick (untere Lössterrasse). Die fruchtbaren Ackerböden liegen genau im Mittelpunkt des Gäubodens, der Kornkammer Bayerns. Alle Felder befinden sich in unmittelbarer Nähe des Hofes; das Gut ist vollarrondiert.

Zu dem Gut gehören in Gschwendt (Gemeinde Ascha/Bayerischer Wald), in Pilgramsberg (Gemeinde Rattiszell/Bayerischer Wald) und in der Gemeinde Leiblfing (Niederbayerisches Tertiärhügelland) Forstflächen. Die Nachhaltigkeit und ein modernes Forstmanagement stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Alle Forstflächen sind selbstverständlich PEFC-zertifiziert. Eine natürliche Waldverjüngung bzw. ein nachhaltiger Waldumbau und die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften des Waldes, seiner Stabilität bzw. Vitalität sowie der natürlichen Regenerationsfähigkeit sind eine Selbstverständlichkeit unseres Tuns.

Landwirte sind heute auch Energieproduzenten. Mittels Photovoltaikanlagen versorgt sich der Hof selbst und kann energieautark handeln. Die überschüssige Energie der Solaranlage wird in das regionale Netz der Straubinger Stadtwerke eingespeist. Seit 2021 gibt es ein umfangreiches Energiekonzept mit der Planung ein Mieterstromkonzept (neues Solardach auf der großen Traktorgarage) zu entwickeln und mit einer zusätzlichen Kleistwindanlage (jeweils mit Speicher) den gesamten Gutshof energieautark mit Lokalstrom zu versorgen. Inzwischen gibt es auch drei E-Fahrzeuge auf dem Gut, die mit 3 Wallboxen versorgt werden. Den Mieter in den ehemaligen Landarbeiterhäuser, die auf ein E-Auto umsteigen, erhalten eine finanzielle Förderung durch das Gutskontor. Zudem wird ausschließlich Ökostrom von den Stadtwerken Straubing bezogen, der regional in Kagers (Staustufe Donau) und durch das Höllensteinkraftwerk im Bayerischen Wald regional erzeugt wird.

Das vierte Geschäftsfeld sind die Immobilien auf Gut Eglsee. Im Jahr 1906 lebten 292 Menschen auf dem Gutsbetrieb. Auch 1946 waren es noch 241 Einwohner. Um die vielen Menschen unterzubringen, gab es 5 Landarbeiterhäuser. Da durch Rationalisierungsprozesse immer weniger Angestellte auf dem Betrieb mitarbeiteten, war im Jahr 2012 nur noch ein Landarbeiterhaus bewohnt. Zwischen 2013 und 2015 wurde ein Sanierungskonzept umgesetzt. Diese Immobilien werden heute an Menschen vermietet, die die Ruhe und Schönheit des Gutshofes schätzen. Hinzu kommt noch Immobilienbesitz in Aiterhofen (Landkreis Straubing-Bogen) und in München. Dieser ist im Besitz der Prof. Dr. Carl Beckmann Gut Eglsee GmbH & Co. KG.

Der fünfte Geschäftsbereich ist der Weinbau. Gut Eglsee ist im Besitz von 20 ha Rebfläche in den rheinhessischen Weinorten Heppenheim/Wiese, Offstein und Hohen-Sülzen. Diese sind schon seit 17. Generationen in Familienbesitz und werden durch zwei sehr anerkannte und überregionale Winzer bewirtschaftet. Der Anbau – und Ausbau – erfolgt vollständig biologisch.

Auf Eglsee gibt es viel Wissen. Dies gilt es auch anderen Berufskollegen zur Verfügung zu stellen (6. Fachbereich). Dabei steht die nachhaltige Landwirtschaft im Fokus: Zu unseren Kernkompetenzen gehören das ressourcenschonende Management, Nachhaltigkeitsmodelle, zertifizierte Landwirtschaftsansätze oder regionale Vermarktungskonzepte. Wir entwicklen vor allem Agrarmarketingkonzepte und zur Revitalisierung von alten Gebäuden, Gutshöfen und historischen Ensembles. Auch die Biolandwirtschaft beschäftigt uns und wurde bereits in Teilen des Betriebs eingeführt.

Das Gutskontor Eglsee hatte bis 1972 auch eine Saatgutvermehrung und eine überregional bekannte Rinder-, Pferde- und Schafzucht. Da dies sehr personalkostenintensiv ist und der Hof in einem klassischen Ackerbaugebiet liegt, wurden diese Geschäftsbereiche 1972 eingestellt.