Hofhistorie vor Carl Beckmann

Der Hof ist erstmalig im Jahr 1444 erwähnt und war Eigentum des Bürgerspitals Straubing. Eglsee diente als Gutsbetrieb der Versorgung des mittelalterlichen Spitals in der Straubinger Neustadt. Noch heute gibt es die Spitalstiftung, die neben dem mittelalterlichen Spitaltor und der Spitalkirche ein Alten- und Seniorenheim betreibt. Umfangreiche Unterlagen aus dieser Zeit können heute im Straubinger Stadtarchiv eingesehen werden. Vielfältige Details sind auch im Staatsarchiv auf der Burg Trausnitz festgehalten und bilden die weitere Geschichte des Hofes ab 1444 ab.

Der Hof liegt geographisch zwei Kilometer östlich von Straubing. Die Stadt wird oft als das kulturelle, landwirtschaftliche und historische Zentrum des Gäubodens gesehen. Dieses fruchtbare Donautal wird häufig als die „Kornkammer Bayerns“ bezeichnet. Neben den klassischen Getreidearten und dem Kartoffelanbau ist es vor allem die Zuckerrübe, die den Wohlstand der Region ausmacht. Wegen der hohen Fruchtbarkeit lassen sich in unmittelbarer Nähe zu Eglsee erste menschliche Ansiedlungen um 5600 v. Chr. nachweisen. Bedeutend ist dabei vor allem die Straubinger Kultur. Ab etwa 500 v. Chr. siedelten hier die Kelten in einem Oppidum. Von ihnen stammt auch der erste erhaltene Siedlungsname von Straubing: Sorviodurum. Aus dieser Zeit gibt es umfangreiche Funde und eine kleine archäologische Sammlung am Hof. Besonders erwähnenswert sind umfangreiche Steinbeilfunde.

Der Wittelsbacher Herzog Ludwig der Kelheimer gründete schließlich 1218 die sogenannte Straubinger Neustadt fünf Kilometer westlich von Gut Eglsee und schuf die Grundlage des großbäuerlichen und adeligen Grundbesitzes im Gäuboden. Im 14. Jahrhundert entstanden in diesem Zusammenhang auch Baudenkmäler wie der Straubinger Stadtturm und die sieben großen Hallenkirchen, die von dem Reichtum der Landwirtschaft und der Kaufleute zeugen.