Hofhistorie vor Carl Beckmann

Das Gut war bis ins Jahr 1470 im Eigentum des Bürgerspitals Straubings. Gut Eglsee diente dabei für die komplette Versorgung des mittelalterlichen Spitals in der sog. Straubinger Neustadt. Noch heute gibt es die Bürgerspitalstiftung, die neben dem mittelalterlichen Spitaltor und der Spitalkirche ein Seniorenzentrum betreibt. Umfangreiche Unterlagen aus dieser Zeit können heute im Straubinger Stadtarchiv eingesehen werden. Vielfältige Details sind auch im Staatsarchiv auf der Burg Trausnitz festgehalten und bilden die weitere Historie des Guts ab. Eigens wurde auch von Carl III. der niederbayerische Staatsarchivar im Jahr 1968 beauftragt, die Historie des Gutes lückenlos in einem Kompendium zusammenzustellen.

Unter anderem waren von 1517 bis 1586 die Familie Hochholzer Besitzer des Gutes, dann ab 1675 bis 1744 drei Generationen der Familie Wieninger Gutsbesitzer. Nach 1744 hatten die Familien Förg, Loichinger und Hollermayer das Gut über 5. Generationen im Besitz. Sie waren bekannte niederbayerische Familien, die sehr kinderreich waren und Nachfahren in Südwürttemberg, der Schweiz und in Chile haben. Der Hof wurde mehrfach durch Heirat übergeben. Zwischen 1879 und 1891 waren die Gutsbesitzersfamilie Sigmund Rabl aus Münchshöfen Eigentümer, die noch heute das Gut Münchshöfen (Familie Joseph Rabl) und Gut Fruhstorf (Familie Hermann Rabl) besitzen.

Das Gut liegt geographisch fünf Kilometer östlich der Straubinger Neustadt. Die Stadt wird seit jeher als das kulturelle und vor allem landwirtschaftliche Zentrum des Gäubodens gesehen. Dieses ertragreiche Donautal wird häufig auch als die „Kornkammer Bayerns“ bezeichnet. Wegen der hohen Fruchtbarkeit lassen sich in unmittelbarer Nähe zum Gut Eglsee erste menschliche Ansiedlungen um 5600 v. Chr. nachweisen. Bedeutend ist dabei vor allem die Straubinger Kultur. Ab etwa 500 v. Chr. siedelten hier die Kelten in einem Oppidum. Von ihnen stammt auch der erste erhaltene Siedlungsname von Straubing: Sorviodurum. Aus dieser Zeit gibt es umfangreiche Funde am Gut und sogar eine kleine archäologische Sammlung. Besonders erwähnenswert sind umfangreiche Steinbeilfunde.